Website zur jüdischen Geschichte Greifswalds geht online

12 Jan. 2026 | Audio/Video, Kooperation, Unterricht

Das Projekt „erinnern und leben“ macht gemeinsam mit dem Medienzentrum Greifswald e.V., der IGS Erwin-Fischer und der Universität Greifswald die jüdische Geschichte der Stadt erstmals umfassend digital sichtbar.

Wenn ich jetzt auf der Straße des jüdischen Friedhofs lang fahre, weiß ich, was für ein Ort das ist.“ (Schülerin der IGS Erwin-Fischer)

Jüdisches Leben ist in Greifswald nicht mehr sichtbar. Welche jüdischen Familien, Händler:innen und Handwerker:innen haben in Greifswald gelebt? Wo haben sie gebetet und ihre Angehörigen begraben? Was bleibt von Geschichten, wenn sie niemand mehr erzählt? Diesen Fragen widmet sich das Projekt „erinnern und leben“ der offenen Jugendarbeit der evangelischen Altstadtgemeinden St. Jacobi, St. Marien und St. Nikolai. In einem dreimonatigen Schulprojekt recherchierten Schülerinnen und Schüler der IGS Erwin-Fischer-Schule historische Spuren jüdischen Lebens in Greifswald und Umgebung. Professionell begleitet durch die Universität Greifswald wurden ihre Erfahrungen in Filmen, Podcasts, Zeichnungen und Interviews u.a. mit dem Landesrabbiner Yuriy Kadnykov medial verarbeitet.

Der jüdische Friedhof in Greifswald ist ein „Lost Place“, überwuchert von Wildwuchs und Müll. Die Jugendlichen konnten kaum glauben, dass hier einmal eine Begräbnisstätte Greifswalder Familien war. Durch ihr Engagement geben sie diesem besonderen Ort für unsere Stadt ein Stück Würde zurück.“ (Prof. Roland Rosenstock, Universität Greifswald)

Die Ergebnisse dieser Spurensuche sind auf der neuen Website zugänglich, erstellt durch die Erfurter Medienagentur KIDS interactive. Eine interaktive Karte bietet einen Überblick über die in Greifswald verlegten Stolpersteine und weitere Orte jüdischer Geschichte. Pädagogische Materialien regen dazu an, das Thema im Unterricht oder in der außerschulischen Bildungsarbeit weiter zu vertiefen.

Jüdische Geschichte sichtbar zu machen, heißt auch, junge Menschen für die Gefahren von Ausgrenzung zu sensibilisieren – und sie zu stärken im Einsatz für Vielfalt, Menschlichkeit und Demokratie.“ (Magdalena Kunert, Projektleitung „erinnern und leben“)

Die Internetseite lädt dazu ein, sich mit dem jüdischen Leben Greifswalds auseinanderzusetzen und einen wichtigen Teil der Stadtgeschichte lebendig zu halten. Am 26.01.2026 um 15:00 Uhr sind alle Interessierten zu einer Präsentation des Projekts im Bürgerschaftssaal im Rathaus Greifswald eingeladen. Die redaktionelle Verantwortung für die Website trägt das Medienzentrum Greifswald. Für Rückfragen wenden Sie sich an den Prof. Roland Rosenstock per Mail: kontakt@mz-greifswald.de oder telefonisch unter 03834/4125446. Die Website ist ab dem 27. Januar 2026 zugänglich unter: www.erinnern-und-leben.de

 

Das Projekt ist gefördert durch das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge und die Johannes-Bugenhagen-Stiftung.